Die Geschichte von Räbeli - Ein Arzt pfuscht.

Ein Arzt pfuscht.
Nicht umsonst sagt man, Katzen hätten 7 Leben.
Räbeli unsere Katze hatte bereits 2mal kurz auf einander Junge.
Ein 3. mal wollten wir sie aber nicht noch einmal decken lassen.
Die Kleinen säugten noch ... und Sie schon wieder "Rammlig". Dabei war sie doch von den letzten Schwangerschaften
und Geburten noch ziemlich hergenommen.
Vom Arzt bekam SIE dann eine Spritze damit Sie nicht wieder aufnehmen kann - sollte!
Sie nahm trotzdem ein 3. mal auf.
Aber nun muss endgültig Schluss sein. Sobald es nach der Geburt möglich ist, muss sie kastriert werden.
Ich suchte also den Arzt auf und fragte Ihn, ob man Räbeli schon kastrieren könne oder doch besser noch etwas
wartet, denn sie war noch recht geschwächt. Er schaute sie an und gab mir noch für eine Woche
Fitaminkapseln mit. Nach einer Woche operierte er sie mit der klaren Aussage ...
"Alles OK kein Problem mehr"
Räbeli wurde um 10 Uhr morgens kastriert.
Abgemacht war, dass ich dann mal um 14 Uhr anrufe um mich nach dem Verlauf der OP zu erkundigen.
"Sie schläft noch tief und fest".
16 Uhr - das gleiche - "Sie schläft noch tief und fest".
Um 17 Uhr kann ich die Katze abholen - aber sie schläft immer noch.Egal - ich nehme sie mit - über Nacht ist niemand dort und sie wird ja sicher gleich aufwachen.
... dachte ich
Um 22Uhr rufe ich den Tierarzt an und sage ihm, dass die Katze immer noch schläft. Ich will, dass er sie
sich ansieht! Eine Stunde später ist er da, untersucht sie und sagt:
"ALLES GANZ NORMAL"
Am andern Morgen schläft sie immer noch tief und fest! Nun sind bereits 24 Std. seit der OP vergangen
und die Katze liegt immer noch in der Narkose ... immer noch ganz normal?
Fahre also in die Klinik und verlange, dass er ihr ein Gegenmittel gibt und sie sofort aus der Narkose holt.
Auch ihm ist mittlerweile nicht mehr so ganz wohl in der seiner Haut.
Muss die Katze zur Beaufsichtigung dort lassen, er will kein Risiko mehr eingehen.
Es ist bereits 17.00 und ich fahre wieder in die Klinik - Räbeli schläft immer noch tief und fest!
Oder liegt sie im Koma, ich kann es nicht richtig beurteilen. Langsam aber sicher steigt Angst und
Wut in mir auf ...
Und dies nannte er ganz normal!
Da nach 17.00 Uhr niemand mehr anwesend ist, Räbeli also ohne Betreuung wäre,
nehme ich sie wieder mit nach Hause.
Niemand von meinen Leuten glaubt so recht daran, dass Sie jemals wieder ohne Schaden aufwachen kann.
Ich könnte heulen.
"ICH WERDE MIT IHR UND UM SIE KÄMPFEN"
Nach Stunden sehe ich eine Regung und sie macht die Augen auf ... aber wie... ?!
Nun liegt sie da mit weit aufgerissenen Augen, immer noch unfähig sich zu bewegen.
Sie braucht dringend Flüssigkeit, seit 36 Stunden hatte sie nichts mehr zu sich nehmen können.
Ich nehme sie in die Arme - Sie versteift sich sofort. Ist das eine Reaktion oder was ist das?
Mit einer Spritze flösse ich ihr etwas Wasser in den Mund.
Sie schluckt - zum Glück !
Von nun an gebe ich ihr auf diese Weise Stunde um Stunde ein wenig Wasser. Es ist drückend heiss bei 33 Grad.
Sie könnte leicht austrocknen.
Am 2. Morgen nach der OP - endlich ein kleiner Fortschritt - sie versucht aufzustehen.
Aber Sie hat keine Chance, bricht sofort wieder ein - nein eher sie fällst steif rückwärts auf den Rücken.
Ich glaube sie muss mal ihr "kleines Geschäftchen" verrichten. Also nehme ich sie hoch und halte sie über
das Katzenklo. Jupiiii sofort macht Sie ihr Geschäftchen. Einfach klasse wie Räbeli sich helfen lässt.
Sie ist nun richtig wach - aber wie schon erwähnt, kaum will Sie sich bewegen oder ich komme in ihre Nähe
und Sie möchte mir entgegen kommen, so wird Sie steif und fällt um. Wirklich ein trauriger Anblick.
Was ist das? Ich kann es einfach nicht zuordnen.
ImLlaufe des Tages gehe ich mit der Katze noch einmal zum Arzt, denn er kommt nicht mehr ins Haus.
Ich will, dass er ihr krampflösende Mittel- sowie Aufbau und Vitamine spritzt.
Er hatte sich nicht dafür etwas zu verrechnen .. hätte mit Sicherheit auch nichts bezahlt !!!
Am Morgen des 3. Tages, sehe ich, wie sie ihre Pfoten leckt.
Super , das ist nun die Chance ihr endlich auf diesem Weg eine minimale Kleinigkeit Essen zu geben.
Ich streiche eine Löffelspitze Nassfutter auf die Pfote, die sie dann mit der Fellpflege auch gleich
auf nimmt. Wieder eine Hürde genommen.
Nach wie vor kann Sie nicht selber aufs Katzenklo, nicht selber trinken und essen.
Das heisst, ich stehe für alles andere nicht zur Verfügung, bin nur für Räbeli da.
Langsam komme ich auch an mein Limit, konnte ich doch nie länger als eine Stunde am Stück schlafen.
Der 4. Tag - bringt keine Veränderung.
5. Tag nach der OP, Räbeli frisst selber aus dem bei ihr bereit gestellten Teller.
Torkelt auch alleine zum Katzenklo, aber es schmeisst sie umher als hätte sie einen Vollrausch.
Sie hat nicht die Kraft wieder an ihren Platz zurück zu kommen. Egal es ist wieder ein Fortschritt.
Am 7. Tag wird mir langsam klar - es wird ein Schaden zurück bleiben.
Sie musste während der OP Sauerstoffmangel gehabt haben, so dass gewisse Hirnzellen abgestorben sind.
Ihr fehlt die Koordination mit den Hinterbeinen. Es ist für sie nicht mehr möglich normal zu laufen.
Bereits nach ein paar Schritten bricht sie seitlich ein.
Aber sie kämpft!
Will alles selber machen und kann nach zwei Wochen ihr "kleines und grosses Geschäft" im Freien verrichten.
Klar verwöhne ich sie mit allem was mir möglich ist, bekommt nur das Feinste vom Feinsten.
Nach ca. einem Monat beginnt Sie sich langsam aber sicher "um zu polen".
Man merkt wie Sie andere Hirnzellen umfunktioniert und für ihre Koordination sprich Motorik verwendet.
Einfach unglaublich wie sie das macht.
Nach einem Jahr hat es Räbeli geschafft. Sie springt herum, kann wieder auf Bäume klettern und jagt Mäuse,
Eidechsen und Vögel. Sie hat gelernt mit einer kleinen Restbehinderung zu leben. Wer nichts von ihrer Geschichte weiss,
merkt keinen Unterschied.
ZUM GLÜCK HABEN KATZEN 7 LEBEN !